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München - Regensburg: Schlussetappe - Tag 55

  • Autorenbild: tzeitler
    tzeitler
  • 7. Okt. 2022
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 10. Okt. 2022

Waltraud macht zeitig ein ausgiebiges Radlerfrühstück für mich. Wir reden über die Fahrt und alles Mögliche. Sie kämpft zur Zeit mit der Grundsteuererklärung, die ich vor der Fahrt auch für unser Haus in Regensburg und das meines Vaters gemacht habe. So wird schnell das Erklärvideo Eigenheim von Ehegatten aufgerufen, parallel dazu gehen wir ihren vorausgefüllten Bogen durch und fertig. In 15 Minuten ist der Dämon Grundsteuererklärung vertrieben.


Ich mache mich auf auf bekanntem Terain von Moosach aus Richtung Studentenstadt durch Milbertshofen und dann am Frankfurter Ring entlang.



Ich komme an den Liegenschaften meines Lieblingskunden vorbei, wo ich in diversen Meetings die letzen zwei Jahrzehnte war. Erinnerungsfetzen diverser Besprechungen über eigensinniges Entwicklungsvorgehen zu Steuergeräten kommen hoch ( für Insider: wo ein MANN SALZ in die Entwicklungswunden streute und Steuergeräte wie in der Gemeinde KALTENBRUNN entwickelt wERden sollten).



Auf dem mittlerweile perfekt ausgebautem Radnetz erreiche ich die Studentenstadt - 5 Jahre habe ich dort gewohnt. Nur noch ein kleines Häufchen Studenten scheint da zu sein, viele Häuser werden renoviert.


Mein Appartment war im Hanns-Seidel-Haus in der Christoph-Probst Straße im 12. Stock.




Hanns Seidel war Bayrischer Ministerpräsident in den 50ern, im Widerstand gegen die Nationalsozialisten, und Christoph Probst als Hauptfigur der Weißen Rose wurde nach der Flugblattaktion von den Nazis 1943 hingerichtet.


Gleich hinter der Studentenstadt beginnt der englische Garten. Viele Spaziergänge, Lernen fürs Vordiplom und Besuche des nahen Aumeisters kommen mir beim Durchradeln in den Sinn.


Ich setze meinen Weg fort Richtung Garching nach Freising und komme am Gelände der TUM vorbei, die mittlerweile einen U-Bahnanschluss hat, wofür wir als Studenten 1990 mit einer Fahrradtour von der Innenstadt hinaus demonstriert hatten.

8 km vor Freising folge ich einer Radwegbeschilderung, die mich auf einen Schotterweg rechts der Bahngleise führt. Dem Weg weiter folgend werde ich Richtung Flughafen abgedrängt und laufe bei der Korrektur der Richtung ins Niemandsland an der Isar. Somit muss ich mich 5 weitere Kilometer auf Schotterwegen mit einem gewaltigen Umweg durchkämpfen.


In Freising wohnt unsere älteste Freundin aus Ismaninger Zeiten.


Manuela betreibt ein Kommunikationsbüro. Sie unterstützt Firmen und Behörden bei Übersetzungen für Englisch, Russisch und Französisch und lebt mit der Familie seit mehr als 20 Jahren nun schon am Stadtrand. Da die Tochter Corona- positiv und auch ihr Mann wegen Erkältung mit Antibiotika im Bett liegt, flüchten wir uns auf die Terrasse , das Haus durchqueren ich mit Mundschutz. Wir reden über die Möglichkeiten einer Auszeit so wie ich sie gemacht habe, wie es ist , allein zu reisen.



Nach etwa einer Stunde mache ich mich wieder auf den Weg. Anfangs durch Hügel auf und ab. Ich lerne, dass es einen Hallertauer Bockerlradweg gibt und noch diverse andere Radwege dort mit wohlklingenden Namen, jedoch scheint eine Höhenmeternivelierung nicht das Ziel bei deren Anlage gewesen zu sein.



Ich erreiche die niederbayrische Große Laaber, an der es lange Zeit flach weiter dahin geht. Der Hopfen ist schon abgeerntet, ich sehe Erntearbeiten für Kartoffel, Mais und Kürbisse.


45 Kilometer vor zuhause dürstet mich.

In Pfeffenhausen eröffnet sich die Möglichkeit für die letzte Fanta vor dem Ziel, Fabio als Erschaffer des Fantakults auf der Reise freut sich über das Dopingbild für den Schlussspurt.



Ich trete zügig dahin. Ab Obertraubling spitzen die zwei Domtürme durch - mir fallen Details auf, auf die ich früher nicht geachtet hätte.


Schließlich erreiche ich das Ortsschild von Regensburg, nur noch einen Kilomter von zuhause entfernt.



Meine Frau erwartet mich schon mit einem Sekt,

danach steige ich um auf das isotonische Bier-Mix-Getränk während der Erzählungen über die Reise.



Schließlich geht es endlich wieder in frische Klamotten nach der Dusche, die Handwaschaktionen ersetzen doch nicht frische Wäsche.


Um das Italienfeeling nicht zu schnell zu verlieren, hat meine Frau Pilzrisotto zum Abendessen vorbereitet, im Angedenk an das auf der Besuchswunschliste stehende Barolo und aufgrund der Routenänderung öffne ich einen Barolo. Zum Digestif

muss es natürlich ein Limoncello sein.



Fazit für heute


123 km, 600 Höhenmeter


Nach vielen schönen Erlebnissen wieder daheim



4 Kommentare


Christian Wild
07. Okt. 2022

Hallo Thomas, Ich werde die tägliche Lektüre deines Reiseberichtes vermissen. Man sieht dir die Erholung auf den Bildern ganz gut an. Wenn ich dich das nächste mal in Natura treffe, dann kann ich ja gar nicht fragen, wie die Tour war, denn ich hab ja schon alles gelesen. Willkommen zurück, Christian

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wolfgang2.bleicher
07. Okt. 2022

Vielen Dank für die schönen und ausführlichen Berichte. Nach Goethes Italienreise gibt es jetzt auch Zeitlers Italienreise. Deine "Münchner Geschichten" haben mich zum Schmunzeln gebracht 😀 Bis demnächst...

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tzeitler
tzeitler
07. Okt. 2022
Antwort an

Danke Wolfgang, ich sehe mich aber eher in der Tradition Seumes: mit dem Fahrrad nach Syrakus ( und zurück). Bus bald.

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Uli Schrey
Uli Schrey
07. Okt. 2022

Lieber Thomas,

herzlich willkommen daheim! Den morgendlichen Bericht zu Deiner kulinarisch-kulturellen Italien-Reise werde ich vermissen! Hoffentlich kannst Du die gewonnene Lebensbalance lange genießen.

Auf ein baldiges Wiedersehen,

Uli

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