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Molino di Foci - Lucca - Tag 45

  • Autorenbild: tzeitler
    tzeitler
  • 27. Sept. 2022
  • 3 Min. Lesezeit

Nach den gestrigen schönen Abend habe ich länger geschlafen als sonst - in dem schönen Zimmer in der Mühle;

es ist ein gewisser Kater eingetreten, nicht aufgrund des Alkohols ( mehr als sechswöchiges Training wirkt), sondern aufgrund des italienischen Wahlergebnisses. Ohje, wie wird es da weitergehen?


Ich frühstücke mit den zwei Schweizern, wir unterhalten uns über Dialekte, Sprachen, politische Systeme usw. Ich frühstücke länger als sonst, das Buffet ist auf die deutschsprachige Klientel nördlich des Alpenraums zugeschnitten, das erste Mal wieder seit Commacchio bei Ravenna.


Ja, ich bin wieder in Norditalien angekommen. Ich hatte es bereits gestern früh in der Bar in Siena gemerkt: die Menschen kümmern sich um sich selbst und sind mit Arbeit geschäftig.


Nach Verabschiedung von den Schweizern und dem Geschäftsführer Luca breche ich auf ins nahe San Gimignano mit den ersten 200 Höhenmetern zum warm werden auf 5 km.


Der Ort ist Weltkulturerbe, mit seinen mittelalterlichen Türmen ein unverfälschtes Stadtensemble aus dem 12. Jahrhundert, das italienische Rothenburg o. d. T. Entsprechend geht es auch zu: fest in der Hand von Amerikanern und Deutschen.



Die Fotos gemacht stehle ich mich schnell davon. Auf einer Anhöhe etwa 2 km entfernt halte ich an, um noch ein paar Bilder zu machen.

Zwei Männer mit italienischen Kennzeichen halten, wir kommen ins Gespräch: Giacomo kommt ursprünglich aus Molisse und lebt jetzt im schottischen Sterling. Sie folgen im Großen und Ganzen der Via Francigenia, die man zu Fuß, mit dem Rad, oder auch mit dem Auto machen kann. Tim bleibt noch ein paar Tage dabei, dann kommt Jaccomos Frau für zwei Wochen nach; auch ein Besuch der Mutter steht an. Wir tauschen uns aus über die Wahrnehmung von Italien, die unterschiedlichen Regionen und die schönste Küste: für sie definitiv die Cinque Terre. Ich solle mich darauf freuen. Giacomo(Mitte) hat durch das Aufwachsen in Italien und sein jetziges Leben in England einen differenzierten Blick auf Italien entwickelt - Tim als Brite vergleicht es mit seinem längeren Auslandsaufenthalt in Frankreich. Beide bedauern auch das gestrige Wahlergebnis:: "the same shit like we had with Brexit!"


@Tim, Giacomo: we should have had more time, probably a couple of beers together. I appreciated your exact view on the situation from outside. Have a nice trip!

Ich trete weiter, heute eher auf kleinen und kleinsten Wegen, aber mit herrlichen Aussichten und interessanten Gebäuden am Weg - Bilderbuch-Toskana. Für genügend Höhenmeter ist gesorgt, die nächsten 20 km bis ich in die Ebene zwischen Florenz und Pisa komme. Ich mache heute etwas langsamer, da mein Knie etwas schmerzt.


Der Pilgerweg ist gut ausgeschildert, aber heut zieht es sich.

Eigentlich wollte ich heute die gut 80 km durchfahren , um etwas mehr Zeit zu haben in Lucca, doch am Nachmittag um kurz nach drei überkommt es mich, ein Kebab-Laden, wie beim Khorus in Burgweinting - das brauche ich jetzt.


Wieder eine halbe Stunde weiter treten, dann eine Cola trinken - heut komm ich nicht in Fahrt. Kurz vor dreiviertel sieben komme ich am B&B in Lucca an.


Unterdessen hab ich bei Tanja angefragt, was ich in Lucca machen kann - sie hat mit Ingo vorletzte Woche in der Toskana Urlaub gemacht und wir wollten uns treffen, doch ich war nicht schnell genug, um nach Norden zu treten, oder ihr Urlaub zu kurz. Sie versorgt mich perfekt mit Informationen. Ich soll auf sie einen Aperol trinken - mach ich, und auf Ingo den Rotwein auf dem Platz der ins Amphitheater gebaut ist.

Was gibt's sonst zum Essen: Risotto mit Pilzen und dann Seneser Schwein mit Bohnen. Der Rotwein braucht seine Umgebung.


Als die Bedienung zum Zahlen kommt: darf es noch ein Limoncello sein? Na klar!




Fazit für heute


87 km, 762 Höhenmeter


Man muss auch mal den langsameren Gang einlegen, geht nicht immer Vollgas.



1 Kommentar


Uli Schrey
Uli Schrey
27. Sept. 2022

Das italienische Wahlergebnis ist wirklich erschreckend - der einzige Trost ist, dass die Regierungen in Italien oft nicht lange halten.


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