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Genua - Borgonovo Val Tidone - Tag 49

  • Autorenbild: tzeitler
    tzeitler
  • 1. Okt. 2022
  • 3 Min. Lesezeit

Aus Genua fahre ich im Morgenverkehr aus. Alles läuft gut. Vom Unwetter gestern Abend habe ich nichts mitbekommen. Am Fluss entlang geht es die ersten 10 km leicht bergauf. Dieser führt jetzt wieder ausreichend Wasser nach den Regenfällen. Als es etwas mehr bergauf geht, höre ich einen Knall ( Buscher ( bayr.)) - der Reifen ist geplatzt.

Ok, ich habe ja noch zwei Ersatzschläuche, einen teuren gekauft mit einem Ölspray für 20 € in einem kalabresischen Bergdorf für etwas breitere Hinterreifen. Als ich den auspacke, sehe ich, dass der ein völlig unpassenden Ventil besitzt.

Das Negative Image der Kalabresen verfestigt sich bei mir - er hat mich mit seinem Schlauch "beschissen" . Zumindest soll ihn mein Fluch jetzt treffen. Zumindest kann ich den zweiten Ersatzschlauch, gedacht für vorne, einbauen.


Ich trete keine 5 Minuten weiter bei leichtem Nieselregen, es zieht immer dunkler auf und stelle mich unter.


Anschließend setzt Regen ein ich warte eine Dreiviertelstunde bevor ich weiterfahre. Ich befinde mich in dem tiefblauen Punkt über Genua. Da heute Nordwind herrscht, zeigt sich, was am Tag noch auf mich zukommt.


Irgendetwas ist komisch, das Hinterrad eiert so komisch. Der Mantel zeigt eine hervortreten Blase des Schlauches. Ohje, das war also die Ursache des Plattens vorher. Ich flüchte mich in das nahe gelegene Café und frage die Barfrau um Rat, da ich auf Google kein Fahrradgeschäft finde, aber zuerst mal trinke ich einen Cappuccino und esse ein Hörnchen für den richtigen Blutspiegel zum Denken. Wir googeln um die Wette und finden beide unabhängig voneinander Bikevolutions, ungefähr 8 km entfernt. Einen Anruf dort nimmt niemand an. Noch etwa eineinhalb Stunden bis sie schließen zur Mittagspause, das kann knapp werden. Ich schiebe das erste Stück, entscheide mich mit ganz wenig Luft weiterzufahren. Nach etwa 3 km kommt schon der Passo Giove als höchster Punkt; den hatte ich so früh nicht erwartet und kann dann mit ca 12 km/h wie auf einem rohen Ei runterrollern. 500 Meter vor dem Geschäft platzt dann auch noch dieser Reifen.


Die Jungs im Geschäft sind sehr hilfsbereit, spannen das Rad gleich in den Ständer und ziehen mir wieder einen Rennradreifen auf -Pirelli. Ich frage sie, warum nicht Conti - "Pirelli è italiano" - wir Deutsche stünden doch eh so auf alles italienische ...

Als ich bitte, wären der Reparatur ein Foto machen zu dürfen für den Blog, wollen sie sofort den Link haben, einer liest gleich los und der andere repariert und fragt mich über die Reise aus. Sie verstehen und teilen meine "Passione" und mir scheint, sind ein bißchen neidisch.

Noch zwei Ersatzschläuche dazu und der Gravelreifen am Hinterrad von Stadler ist Geschichte. Hat mir eh kein Glück gebracht bei dem überteuerten Preis. Schauen wir mal was das "prodotto italiano" so macht.

Einer steckt mir beim Hinausgehen noch einen Keksriegel zu, den soll ich auf dein Wohl essen beim Anstieg, der andere öffnet eine Schachtel mit Edelgebäck, ich solle mir doch ein Stück nehmen.


Nach dem Verlassen der Werkstatt setzt wieder Regen ein, zum Glück ist um die Ecke eine Bar zum Unterstellen, Fanta trinken und Panino essen. Ich trödele etwas rum, so gegen halb zwei will der Inhaber zu machen, draußen gießt es noch. Noch 110 km vor mir, entschließe ich mich mit Regenmontur weiterzufahren, diese soll ich bis um vier anbehalten. Zum Glück ist es flach bzw geht es leicht bergab, im Tal auf der Staatsstraße zwischen Zug und Autobahn.


Ich durchfahre heute vier italienische Regionen: von Ligurien übers Piemont über die Lombardei komme ich in der Emiglia Romana an. Um kurz vor halb acht.


Nach soviel "Forrest Gump" kommt am Abend noch die Rubrik "Zu Tisch": im " Antica Italia", unweit des Hotels, esse ich einfache piemontinische Speisen, die geschmacklich einen Höhepunkt meiner Reise darstellen: Antipasti aus lokalem Aufschnitt, Tortellini mit Pilzen und Tagliata piemontese. Man merkt, dass sie beste lokale Zutaten verwenden, somit sind einfache Gerichte ein Geschmackserlebnis.



Fazit für heute:

141 km, 657 Höhenmeter,


Doppelplatten + neuer Mantel


Forest Gump hat Geschmackshighlight.




Zwischenstand nach der 7. Woche




Die Navi spuckt aus, es sind noch mehr als 650 km über den Brennerpass, noch eine Woche Zeit: sollte klappen.


1 Kommentar


Rainer Wartlsteiner
Rainer Wartlsteiner
01. Okt. 2022

Oje Thomas, das mit den Reifen und Wetter hat nicht gehalten, aber du bist zach. Wir hatten auch alles außer eine leichte Anreise. Haben 2mal in der Unterkunft angerufen, um unsere Verspätung mitzuteilen. War ganz Deutschland unterwegs zum Lago di Monaco. Immerhin sind wir dann nach 8,5h angekommen. Heute ist das Wetter wieder besser und du kommst hoffentlich gut voran, damit wir uns sehen.

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