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Framura - Genua - Tag 48

  • Autorenbild: tzeitler
    tzeitler
  • 29. Sept. 2022
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 30. Sept. 2022

Vom Quartier in Framura fuhr ich gegen halb zehn los Richtung Genua. Zuerst musste ich einen Anstieg von 360 Metern überwinden( bis zur Staatsstraße 326 hm), bis ich zu meiner ersten offiziellen Passhöhe wieder seit den Alpen kam: Passo di Bracco:



Nicht dass meine Äußerungen von gestern, dass die Cinque Terre nichts Gescheites zum Radeln sind: das bezieht sich wirklich nur auf die Cinque Terre; der Rest Ligurien ist ein Radfahrparadies. Immer affe und owe, oder zu Hochdeutsch rauf und runter. Da kann man unendlich viele Höhenmeter machen, wenn man will. Bei mir waren es heute mit der SS 1, oder auch Via Aurelia genannt, über 1200 mit der Anfahrt zur Aurelia.

Wahrscheinlich zieht mich das Seemansgarn von gestern Abend zurück zum Meer.


Nach 30 km schon vor 12 halte ich am nächsten Supermarkt und decke mich mit Focaccia, Pizza, Salat und Getränk ein. Das übrige Öl vom Salat nehme ich für die Kette, extra vergine.


Zum Glück etwas gegessen kündigt sich schon der erste größere Anstieg mit mehr als 300 hm vor Rapallo an, das selbe Spiel dann nochmals nach Rapallo.


Diese Stück kenne ich schon aus einem Familienurlaub 2016 in Santa Maria di Liguria, gleich neben Portofino. Diesen Abschnitt würde ich mit auf die Liste der schönsten Küsten Italiens setzen: eine Wonne für Radfahrer, Im-Meer-Bader und Küstenbeschauer. Für jeden etwas dabei.

Auf Genua zu wird die Straße erst vierspurig, dann sechsspurig und ich finde mich dann schon Mitten im Großstadtgewimmel von Genua wieder. Es dauert einige Zeit, mit Ampeln und Umfahrungen meine Unterkunft im Stadtzentrum zu erreichen. Ich dusche mich und wasche das verschwitzte Trikot wie jeden Tag und stürze mich dann ins Großstadtgetümmel.

Zuerst gehe ich in den antiken Hafen,

Dom San Lorenzo mit Orgelerklärung des zusperrenden Messners,

Rubens-ähnlicher Kirche - chiesa di Gesù, Stadttor und wieder aufgebautes Elternhaus von Christoph Kolumbus. Alles gesehen in weniger als zwei Stunden.


Da für den späten Abend ein Unwetter angekündigt ist und es bereits dunkel wird, gehe ich Schnur stracks zur empfohlenen Trattoria da Mario.


Wie sich herausstelt ist es eine Mischung aus hart geführtem tschechischen Bierkeller auf Weinbasis und mit Meeresgetier und Arbeiterkantine, geführt von einer Art Feldwebel: der Preis ist unschlagbar für die Qualität des Essens, bei mir

Meeresfrüchterisotto, gefolgt von einem Thunfisch, dann Tiramisu, ein halber Liter Wein, plus Kaffe und halber Liter Wasser für einen Zwannie. Selbst in der Tavola Calda in Viareggio hatte ich mehr bezahlt, bei meinen normalen Ausflügen am Abend mehr als das Doppelte. Der niedrige Preis zieht Menschenmassen an: Arbeiter auf Montage, lokale Bewohner, fast keine Touristen. Würde der ein- und anweisende Wirt nicht so aufs Tempo drücken, könnte man es fast mit einer Zoiglstube vergleichen - auch ich sitze mit drei jungen Klempner aus dem Piemont und einem älteren Herrn aus dem Viertel am Tisch, leider sind alle vier nicht sehr gesprächig. Beim Zoigl würde man sie als Bierdimpfgrantler bezeichnen.


Traudl - unsere ehemalige Sekretärin und Herrin über die beruflichen Reisekostenabrechnungen - würde mich bei der heutigen Reisekostenabrechnung sicher loben: 40 € fürs Übernachten, 20 für das Abendessen! Und das im Hotspot Genua.



Fazit für heute:


82 ķm, 1236 Höhenmeter


Neuer Kandidat für die schönste Küste Italiens: Santa Maria di Liguria/Portofino/Rapallo


Genua kommt auf die Liste zur Wiedervorlage: eine sehr lebendige Stadt- keineswegs verstaubter Historientourismus wie in vielen Orten.

Und das alles für weniger als die Hälfte der Ausgaben verglichen mit anderen Orten.


Morgen geht's Richtung Bardolino am Gardasee. Wegen der niedrigen Temperatur und Kniebeschwerden habe ich mich gegen den Splügen entschieden, sondern für den Brennerpass. Dort campiert auch mein Kumpel Rainer, Treffen verabredet ....


2 Kommentare


tzeitler
tzeitler
01. Okt. 2022

Ich trete rein, mit der Brotzeit vor 👀 Augen.

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Rainer Wartlsteiner
Rainer Wartlsteiner
30. Sept. 2022

Servus Thomas, ich hoffe deine Knie, das Wetter und die Reifen halten durch bis Bardolino, dann sehen wir uns bald auf den gleichnamigen Wein und Brotzeit und feiern das Wiedersehen.

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