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Bari - Polignano - Alberobello - Brindisi - Tag 23

  • Autorenbild: tzeitler
    tzeitler
  • 5. Sept. 2022
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 29. Jan. 2023

Nach einem ausgiebigem Frühstück entschloss ich mich zu einer ausgiebigen Stadtrundfahrt, bevor ich die Stadt verlasse:

  • Hafen,


  • Castello Svevo, das auf Befehl Friedrichs II nach vorheriger Zerstörung wieder aufgebaut wurde.


  • Als ein von Bärnau Abstammender und dort Aufgewachsener mit einer Nikolauskirche durfte natürlich die "Wallfahrt" zum heiligen Nikolaus -San Nicola nicht fehlen. Um 1100 wurden seine Reliquien überführt nach Bari aus Demre aus der Türkei. Einen Heiligen zu haben war damals wichtig im Pilgerbusiness, ähnlich zu vergleichen mit der Ernennung zur europäischen Kulturhauptstadt für das Tourismus-Business und die Stadtentwicklung. Andere italienische Städte waren damit früher dran. Die Gebeine liegen in der Krypta der Kirche.

Beim Besichtigen des Innenraums fiel mir ein älterer Herr an der Orgel im Chorraum auf. Als er sein Spiel beendet hatte, bat ich ihn, mir die Orgel zu erklären. Sie stammt von einem Orgelbauer aus Udine, ist dreimanualig und mechanisch. Meinem Wunsch, sie zu bespielen, konnte er wegen dem unmittelbaren Gottesdienstbegin nicht nachkommen. Schade!



An der Uferpromenade ging es bei etwas bedecktem Himmel weiter nach Polignano.

Domenigo Modugno ist Sohn der Stadt, dem 1958 der Welthit gelang "Nel blu dipinto di blu", oder besser bekannt als Volare. Also der nächste Ohrwurm, den gibt's gleich morgen früh nach dem Aufstehen. Darüber hinaus hat es eine schöne Altstadt mit Blick auf die berühmten Klippen.

Das Bild hat eine Signora aus dem Ort aufgenommen, die sich mit Fotographie beschäftigt, ihr Name auf Facebook fiore del campo, also Feldblume, die sich mit ihrer Freundin am Sonntag Mittag das heimische Panorama gibt.

Vor der Weiterfahrt galt es sich zu stärken - in der nahe gelegenen Bar gab es ein Sandwitch namens il Trullo- ein aufgeschichteter Essenshügel aus Burrata mit Salami. Beim Verzehr an einem kleinen Tisch bat mich eine abgekämpfte Dame mit Kind, ob sie sich an den Tisch setzen dürfe. Ich fragte sie auf italienisch, wo sie denn herkomme. Nach ihrem Zögern mit einer Antwort stellte sich heraus, dass sie Deutsche ist, Barbara heißt, aus der Oberpfalz kommt - aus Sulzbach bei Amberg und in der 3-monatigen Elternzeit mit Kindern und Mann den italienischen Stiefel in der selben Richtung wie ich umrundet.

Sie sei gestern in Alberobello gewesen und es lohne sich. Auch die Besitzerin des B&B in Bari, sowie Demetrio, hatten mir davon vorgeschwärmt. Also musste ich mich entscheiden: Monopoli oder Alberobello. Das Zweite wurde die Wahl, obwohl wieder mehr Höhenmeter zusammenkommen. Die B&B -Besitzerin meinte zu meinem Einwand über die "Berge", es seien doch nur "Hügel" und wer die Alpen bezwänge, solle sich wegen ein paar Höhenmetern doch nicht so haben.


Dort in der Region gibt es die sogenannten

Trulli - Steinhäuser mit kegelähnlichen Dächern. Ähnliches sieht man in Sardinien als Nuraghi, in Südfrankreich heißen sie Cabanes. Nigends so zahlreich wie in der Region Apulien.


Alberobello ist UNESCO Weltkulturerbe als zusammenhängende Stadt aus Trulli.


Da der Umweg zusätzliche Zeit gekostet hatte, kam ich erst in der Abendsonne Richtung Brindisi und erreichte das Hotel in der Dunkelheit.


Eigentlich wollte ich einen gemütlichen Abend machen, in einem Restaurant um die Ecke essen und den Tag gut sein lassen.


Aber die Dame am Empfang meinte, hier gebe es nur Pizzerien, gute Restaurants seien in der Stadt und übrigens sind heute Feierlichkeiten in der Stadt.


Also nach der schnellen Dusche ein empfohlenes Fischlokal ausgesucht und die Navigation dorthin angeworfen: Secca 48.


Der Kellner legte mir die rohen Meeresfrüchtevorspeisen nahe, ich wählte noch ein Nudelgericht danach: Panzerotti: Herrlich!


Am Nachbartisch saß ein älteres napoletanisches Paar mit Hund, das sich das Restaurant im Internet ausgesucht hatte, um der Eintönigkeit des gekauften Ferienhauses in Gallipolli zu entfliehen. Sie konnten mich gut mit Informationen zu Lecce und Gallipoli versorgen und somit war der morgige Tag schon wieder geplant.


Nach dem Abendessen galt es die Stadt mit den Feierlichkeiten zu erkunden. Es war so etwas wie Kirchweih - Gemüsehobel und Handykits fürs Auto wurden marktschreierisch feilgeboten. Es gab auch Musik und Lichtershows, was für mich auch die komischen Metallgestelle in den italienischen Innenstädten erklärt.

Auf dem Heimweg um 23:00 rief mich eine italienische Nummer an, ich hätte ein Zimmer bei ihnen gebucht. Ich erklärte der Dame, daß ich das gestern gerne getan hätte, es aber zu einem Abruch beim Bezahlvorgang gekommen sei und das günstige Zimmer bei. zweitem Versuch nicht mehr verfügbar war, weswegen ich aufgegeben hatte. Sie antwortete mir nur mit Unverständnis: da ruft man dann doch einfach an und es wird schon!

Wieder was gelernt.


Die italienische Liebe zur Musik durfte ich auf dem Heimweg an einer Bar bestaunen.



Fazit für heute:

137 km, 1006 Höhenmeter.


  1. Die Navigationen haben heute hervorragend funktioniert. Sie haben anscheinend eine Seele und leiden bei Hitze und Batterie-Insuffizienz.

  2. Statt "Wunderschön - Tamina Kallert" war heute der Modus " Gernstl unterwegs" angesagt.

  3. Es ist wieder mal mehr geworden als ursprünglich geplant.

  4. Bari ist die touristischere und überlaufenere Stadt - Brindisi die Urtümlichere.



1 Kommentar


michael.kiener
05. Sept. 2022

Schön dass du Ostuni und Alberobello besucht hast. Wir waren 2020 dort - ok, ohne Fahrrad - aber Apulien ist wunderschön. Weiterhin gute Fahrt!

Michael

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