Ascoli Piceno und dann weiter - Tag 19
- tzeitler

- 31. Aug. 2022
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 13. Okt. 2022
Den gestrigen Abend haben wir noch in Grottamare verbracht, einem idyllischen Dorf nördlich von San Benedetto auf den Hügeln gelegen.


Nach einem tiefen Schlaf erwartete mich der Sonnenaufgang.

Da Demetrio seine Mutter und Tante am Morgen nach Ascoli bringen musste wegen einer Erbschaftsangelegenheit, nutzte ich die Chance, die 35 km nicht abseits der Hauptroute mit dem Fahrrad zurücklegen zu müssen.

Der erste Stopp führte ins Cafe Meletti, die sich auf einen Anislikör spezialisiert haben, den sie verfeinert in Pralinen zum Cafè reichen.

Auch hat der Ort einen Heiligen gegen Erdbeben, was in der Region ziemlich wichtig ist: Amatrice ist nicht weit entfernt.

Er kam ursprünglich aus Trier, als Bischof von Ascoli hat er ein Wunder bewirkt, was ihn zu dem Titel brachte.. Die Mosaiken in dessen Krypta erzählen über das Erdbeben 1943 und die Besetzung durch die Deutschen und deren Abzug 1944.


Natürlich steht auch im Eingang der Basilika eine Krippe, die in ganz Italien Brauch ist.

Noch schnell einen Blick in den Innenhof des Palastes. Ascoli ist wirklich eine Reise wert.

Mittlerweile sind die zwei Damen auch wieder fertig, sodass es zurück gehen kann.
Die Sachen gepackt, Alejandra hatte noch Nudeln mit einer leckeren Soße gezaubert, war es nach dem Mittagessen Zeit zum Abschiednehmen und aufbrechen.


Gleich hinter San Benedetto beginnen die Abruzzen, also der Süden Italiens.

Diskussionen hatten wir immer wieder auch über die Musik geführt: Italien als Mutterland des Gesangs. Die letzten Tage war bei mir die Tradition etwas eingeschlafen, den Tag mit einem Lied zu beginnen, so spielte mir im Auto zurück Demetrio den Geheimtipp seiner Kinder vor auch mit Hinblick auf den Übergang von Mittelitalien nach Süditalien:
Roy Bianco & Die Abbrunzati Boys - eine Schlagerparodie über Italiensongs https://g.co/kgs/hmnFUy.
Wer es etwas "klassischer" mag, kaufe sich

Ich radelte dann mit verschiedenen Ohrwürmern die Küste entlang; der Weg ist nicht zu verfehlen: links das Meer, dazwischen immer wieder eine kleine Straße oder der Fahrradweg, dann Bahnlinie und dann die SS 16.

Rechts davon sollte man den Apennin sehen, wenn nicht wie die letzten Tage am Nachmittag Wolken aufziehen.
Also zurück von den Dantelwegen zur SS 16, um weiterzukommen und nicht nass zu werden. 5 km vor Pescara wurde die Tropfen mehr. Mir lag schon seit Tagen das missglückte Seume-Experiment im Magen und nachdem ich seine Route schon nach Ancona verlassen hatte, musste unbedingt gehandelt werden, um die Messfehlerabweichung nicht zu groß werden zu lassen: GoogleMaps aufgemacht und "parrucchiere" eingegeben, noch 180 m, voilà!
Das ganze machte ganze 10 € und 2 € Trinkgeld - also Seumes Vorwurf gegenüber der italienischen Baderzunft ist nicht gerechtfertigt!
Als ich dem Frisör die Geschichte erzählte beim Zahlen, dass ich mit dem Fahrrad aus Deutschland komme und Seumes Vorwurf von vor 200 Jahren überprüfe, hielt er mich für komplett verrückt.
Zumindest bin ich dann trocken und frisch geschniegelt in Pescara im Hotel angekommen.
Fazit von heute:
71 km, nicht nennenswerte Höhenmeter.
Seume hat Unrecht!













Bei den Preisen fahre ich demnächst auch nach Italien zum Frisör