Al tacco d'Italia - an der Ferse Italiens - Tag 24
- tzeitler

- 6. Sept. 2022
- 4 Min. Lesezeit
Cari amici italiani, avevo detto che scrivo il blog in italiano, dopo la giornata oggi, sono troppo esaurito per finirlo. Usate Google Translate,nonostante Google essendo stato coinvolto negativmente in che cosa raconto 😉
Saluti a Fabio, Renato, Carlo, Giovanni e Mauricio !
Der Morgen startete mit dem Lied Volare von Domenico Modugno, gleich dreimal, aber ich kann mir den Text immer noch nicht merken. Auf dem Weg zum Frühstück roch ich schon die frisch gebackenen Cornetti. Gestern hatte ich am Abend zwei weitere Räder in der Lobby gesehen, jetzt gibt es die Radler dazu: Carlo (55) und Renato (59) im Kaffemaschinenbusiness aus Mailand.

Sie haben eine Woche Zeit von Monopoli bis Taranto, wollen heute auch nach Lecce, aber zeitig aufbrechen, ich noch die Stadt am Tag umrunden. Als großen Tip zum Radeln in Italien haben sie mir die Via Francigenia mitgegeben, einen alten Pilgerweg quer durch Italien, im Internet lese ich von Canterbury nach Rom, doch dazu später noch mehr. Die Frühstücksgespräche drehen sich um das Rentensystem im Vergleich zwischen Italien und Deutschland, die unterschiedlichen Mentalitäten innerhalb der Länder - Nord und Süd.
Carlo hat dankenswerterweise noch ein Kettenöl dabei, das mein Regenquietschen der letzten Tage in nichts auflöst.
Wir setzen aber die Wege getrennt fort, da sie zeitig weiterwollen, ich jedoch nach der gestrigen späten Ankunft in Brindisi die Stadt mir noch bei Licht anschauen will.
Die Stadtrundfahrt gibt keine neuen Erkenntnisse, auf nach Lecce. Nach ca 5 km kommt meine alte Freundin zum Kilometermachen wieder auf mich zu, die SS16.
Gegen dreiviertel elf bin ich bereits am Eingang nach Lecce (PortaNapoli),

ich bin bereits 40 km gefahren und hab die 5 km Stadtrundfahrt hinter mir. Der Tag hat ja zackig gestartet!
Wikipedia spricht von Lecce als das Rokkoko-Florenz.

Nach Besichtigung der Kirche St. Irena stelle ich am Dom das Fahrrad ab, um ihn zu besichtigen,

nahe zwei anderen Rädern. Ich denke, da sind sie wieder meine Frühstücker! Aber falsch gedacht. Es kommen zwei Brüder darauf zu, Mauricio und Giovanni Russo, die mir erzählen, dass der Dom wegen einer Hochzeit grad nicht zu besichtigen sei. Sie gehen noch was trinken, um etwas zu warten bis man wieder rein kann und ob ich denn nicht mitkommen wolle.

Ich lerne sie als zwei verschiedene Menschen kennen aus der Nähe von Santa Maria Rotonda, dem Hauptwallfartsort vom früher angesprochenen Nationalheiligen von Italien Padre Pio: Giovanni der lebenslustige Haudrauf, studierte Wirtschaft in Bologna und betreut jetzt selbständig Klienten bei Buchhaltungsangelegenheiten. Mauricio ist der eher ruhig Bedachte, arbeitet an der Pforte des lokalen Krankenhauses. Sie wollen weiter nach Santa Maria di Leuca, wo am Abend ihre Reise endet nach 5 Tagen, ganz im Süden an der Ferse des italienischen Stiefels.
Gestern noch hatte ich gedacht, ich mach mal einen ruhigeren Tag und fahre von Lecce direkt nach Gallipolli und bleib mal unter 100 km am Tag, aber das da unten würde mich auch noch reizen. Jedoch hatte ich in Gallipolli schon eine Übernachtung gebucht. Naja, fahr ich mal mit den beiden mit und es geht schnell voran. Giovanni liebt es, mal zwischendurch eine Pause zu machen und so halten wir in Matrice nach etwa 20 km auf dem Dorfplatz, ursprünglich nur kurz gedacht, um was zu trinken. Aus dem kurz werden dann für Giovanni und mich zwei kleine Bierchen im Schatten, Giovanni organisiert eine Pizza vom Fornaio neben an, da wir keine offene Bar/Pizzeria auf der Route mit weniger als 20 km Entfernung sehen. Mauricio gibt den Asketen mit nur einem Gelato, wir zwei lassen es uns schmecken.

Während der lustigen Verpflegungspause bricht Mauricio auf, um die Kirche zu besichtigen, was wir zwei dann auch nach seinem Wiederkommen nachholen.
Und dann weiter, wir wollen ja nicht zu spät in Leuca ankommen.

Unterwegs geht bei mir auf einmal die Luft im Hinterreifen aus, ein Brombeerstachel war der Verursacher.

Giovanni fotografiert lustig, Mauricio übernimmt die Aufzieh- und Pumpaktivitäten und nachdem es in der Nachmittagshitze etwas gedauert hat, gibt's noch eine Cola in der Bar im Ort und die Flaschen werden aufgefüllt. Anschließend müssen wir dann Gas geben, wenn ich meine Übernachtung noch erreichen will.
Giovanni freut sich wie ein Kind als er die für ihn magische 500 Kilometermauer durchbricht und wir fangen zu singen an auf dem weiteren Weg.
Kurz nach fünf Uhr kommen wir lustig in Santa Maria di Leuca an und müssen die Ankunft am "Zusammenfluss" von Adria und Ionischem Meer und das Ende ihrer Pilgerreise bei Prosecco feiern.

Für sie war es ihr Finis Terrae der Pilgerreise- Mauricio hat stolz den Pilgerpass auf Facebook gepostet- auf der Via Francigenia.

Für mich hieß es Abschied nehmen so um dreiviertel sechs und weiterzuradeln nach Gallipolli in der Abendsonne.

Meine Mapy-Navi lotste mich ca 20 km ins Hinterland, wo ich dann auf Schotterwege bei einsetzender Dunkelheit kam, und entnervt den Google mit genauer Hotelinfo anschmiss.
Doch liebe Entwickler von Google, so ein Chaos hab ich noch nicht erlebt! Ihr seid die Letzten. So wird s nie was mit dem Einstieg ins Automotive Bussines mit der Qualität, die ihr abliefert! ( sorry für den Hate)
Zuerst auf eine 4-spurige Bundesstraße, dann auf eine angebliche Nebenstraße, die als Sackgasse auf Schotter im Nirgendwo an einer Wand endet - incredibile! Nach acht kam ich dann erschöpft im Hotel an, Duschen und Essen gehen

und noch etwas den Ort besichtigen zum Füße vertreten.
Fazit:
163 km, 803 Höhenmeter
Nette Menschen kennen gelernt.
@Alle mit mir immer Radelnden: Giovanni und Mauricio nehmen wir auf die nächste Tour mit: das wird Spaß!





















Hi Thomas, gratuliere zur Umrundung, war bisher die längste Etappe?. Ärger dich nicht über Navis - reine Zeitverschiebung Ging uns letztens genauso - von 3 Zielen keines getroffen.... Aus Lecce kommt Roberto Mazotta. Weiterhin viel Spaß und gute Reisebekanntschaften.