Pizzo - Bellvedere Marritimo - Tag 36
- tzeitler

- 17. Sept. 2022
- 2 Min. Lesezeit
Beim Radeln hat man Zeit zum Nachdenken und da sind mir die verschiedenen Betriebsmodi meines Radelns eingefallen:
"Wunderschön mit Tamina Kallert": tolle Sehenswürdigkeiten entdecken; einen Großteil gibt es in der Mediathek des WDR
"Forrest Gump": immer weiter strampeln
"Gernstl unterwegs": nette Leute treffen
"Zu Tisch" auf ARTE: die regionale Küche testen.
Zwischen diesen 4 Betriebsweisen spielen sich meine Tage ab.
Gestern Abend war nach dem Abendessen ein Highlight unter der Kategorie 4: Tartuffo di Pizzo.

Auf Anraten Demetrios ein Nachtisch, den man probieren muss: Lecker!
Nach dem Frühstück in meiner Altstadtwohnung war die Felsenkirche Piedigrotta auf dem Weg.
Dann schaltete ich um auf den Modus Forest Gump, da Regen angesagt war.
Dieser erwischte mich auch nach ca. 45 km, ich schlüpfte aber in einem Restaurant unter, bestellte einen Cafe und wartete ab.

Während des Regens dachte ich nach, was zu tun ist, um die vielen Platten zu vermeiden.
Nie unbefestigte Wege nehmen ( strade sterrate)
Die Strade Statale sind in der Regel gut unterhalten; ihnen ist Vorrang zu geben.
Nie zuweit rechts fahren: dort liegen, die Scherben, der Müll und die Dornen.
Nicht mit dem maximalen Reifendruck von 8 bar fahren.
Dies berücksichtigt, kam ich die letzten Tage gut durch.
Inzwischen habe ich auch eine Theorie, in welchen Regionen es zu Platten kommt. Hauptsächlich in Gegenden mit griechisch-römischen Ausgrabungen sind sie bisher aufgetreten, wo auch Erdbeben die letzten Jahrhunderte stattfanden.
Das heißt, vielleicht ist es die letzten Tage nur gutgegangen, weil keine Ausgrabungen und das Land fest in der Hand der katholischen Kirche oder auch der Mafia ist?
Ich fahre weiter bei herrlichstem Sonnenschein, doch nach nicht mal 10 km kommt das nächste Gewitter.

Zum Glück ist ein regionaler Spezialitätenladen am Weg für mein Mittagspanino.

Die SS 18 führt mich auf gutem Belag zügig weiter nach Paola.
Dieser Ort wurde im 16. Jahrhundert durch die Türken, Ende des 18. Jahrhunderts durch ein Erdbeben zerstört.

Das Café Central hat Limonenfrappé - gleich ausprobieren!

Bei der Abfahrt sprechen mich zwei Amerikaner in radebrechendem Italienisch an, Bebe und ihr Mann, was das denn für eine Marke von Fahrrad sei.
Sie kommen aus Kalifornien zwischen San Francisco und LA, sie ist auch begeisterte Radlerin, doch es weiter mitzunehmen ist ihr noch nicht in den Sinn gekommen.

Nach Paola sind noch 36 km. Zuerst komme ich gut voran, dann kommen noch Anstiege.
Schließlich erreiche ich dann mein Agriturismo, bin heute der einzige Gast und werde mit Abendessen. Vorher noch schnell das Schwimmbad benutzt mache ich mich fertig.
Fazit für heute:
123 km , 773 hm
Auch ein Tag, unterbrochen mit Regenschauern, kann Spaß machen.

































Mit Badehaube unterwegs!