Amalfiküste - Tag 39
- tzeitler

- 20. Sept. 2022
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 1. Sept. 2023
Beim Abendessen gestern in Vietri merkte ich, dass ich in einer touristischen Topregion angekommen bin. Die Preise liegen im Schnitt um 50 % über dem bisherigen Niveau. Auch bei der Unterkunftbuchung konnte ich dies bereits feststellen. Überwiegend scheinen sich hier Amerikaner breit zu machen aufgrund des billigen Euros.
Auch war es schwierig an Montag Abend nach neun einen Tisch zu finden, da das von den Vermietern empfohlene Restaurant sowie auch einige andere nach der Urlaubszeit Montags jetzt geschlossen hatten.
Durch den Coupon für ein Frühstück bewegt man sich zwangsläufig in die Öffentlichkeit und kommt ins Gespräch mit den unterschiedlichsten Leuten: ein Fastrentner, Harley-Fahrer, der sich von Europa benachteiligt fühlt; ein Barmann, der Deutsch lernen wollte wegen der vielen Touristen, die er in seinem Zweitjob auf einem Boot betreut, und dass ihm Covid Anfang 2020 einen Strich durch diese Rechnung gemacht hat, als er bereits in Bochum dazu vor Ort war. Alle pflegen den lokalen (napoletanischen) Dialekt und wundern sich dann, dass man sich schwer tut, ihnen als Ausländer zu folgen.
In der Früh machte ich mich auf zur Almalfitana. Leichte Steigungen und immer wieder Abfahrten, auf denen der Höhenmesser Steigungen um die 4 % anzeigt. Ich habe bisher keinen Anstieg über 7 % gesehen. An mir flitzen lokale Rennradler vorbei. Ich bin heute im Modus des Genussradelns.
Kurz vor Amalfi gibt meine Höhenanzeige im Tacho den Geist auf. Wahrscheinlich waren zu viele verfälschte GPS-Signale aufgrund von Steilhängen, Häuserschluchten und kleinen Tunnels dabei.
Zur Diskussion, was die schönste Küste Italiens ist, gewinnt für mich bisher die Amalfiküste: moderate Steigungen, guter Straßenbelag, keine Scherben auf der Straße, Möglichkeit zum Rollern und Schauen - herrlich!
Das Augenmerk nur auf die Landschaft gerichtet, hätte die Küste zwischen Belvedere und Sapri gewonnen, aber im Gesamtblick des radelnden Genießers ist die Amalfitana top.
Vor neun Jahren bin ich die Küste im Auto gefahren. Im Vergleich dazu ist sie heute viel entspannter - keine Platzprobleme aufgrund der Fahrzeugabmessungen, keine Parkplatzprobleme, keine Halteprobleme. Ich stelle mir eine Welt ohne Autos an der Küste vor: nur Busse, Laster, vielleicht Mopeds und Radler. Das würde die vielen Verkehrsregulierer überflüssig machen und zu einem entspannten Vorwärtskommen beitragen. Warum ist die Einsicht zum Radeln so schwierig?
Und wir hätten eine fittere Bevölkerung bei gleichzeitiger CO2- Einsparung. Ja wenn der Schweinehund der Verhaltensänderung nicht wäre. Anscheinend reicht der Trigger des heutigen Ölpreises noch nicht aus.
Amalfi ist der Hauptort, der der Küste seinen Namen gab, mit einer schönen Kathedrale.
In Positano mache ich eine Mittagspause mit Arancini und Calzone.
Am Ortsausgang sehe ich einen Stand mit Granatapfel-Sorbet, das ich gleich probieren muss.
Nach Positano wird es ziemlich bergig, das ganze Eck auszufahren hätte mich gereizt wegen dem Touristendorf, in dem wir vor 9 Jahren waren, doch weitere 1000 hm sind mir dazu zuviel in der Nachmittagshitze.
Eine kleine Anekdote am Rande: als ich einen Berg hochtrete, sehe ich eine Freilandkrippe. Ist den heut schon Weihnachten?
Ich fahre weiter nach Sorrent. Interessant ist dort der Hafen unterhalb am Meer.
Eigentlich wollte ich mir einen Spritzaperol dort gönnen, aber bei 10 € für einen schlägt bei mir der Geiz durch - normaler Italienpreis ist max. 5 €.
Ich radle von dort aus noch gut 20 km bis Torre Annunzata, wo meine Ferienwohnung ist. Der Vermieter, ein Carabinieri, erzählt mir einige Details zur süditalienischen Mentalität auf Nachfrage.
Fazit für heute:
80 km, 1074 hm ( 613 laut Google zwischen Vietri und Positano, 461 danach gemessen)
Eine der schönsten Küsten Italiens für Genießer











































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