Von Ferrara an die Küste - Tag 9
- tzeitler

- 21. Aug. 2022
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 26. Aug. 2022
Im Hotel Astra angekommen steuerte ich nach einer Dusche in die Stadt zum Abendessen und konnte auf den Weg dorthin die ersten Eindrücken aufsaugen: sie wurde im Mitellalter gegründet, hat seit dem 14. Jahrhundert eine Universität und macht vom Stadtbild her einen anderen Eindruck als "normale " italienische Städte. Mir erschien sie Toulouse ähnlich.

Natürlich ist Samstag Abend um 8 nicht die beste Zeit als Individualreisender in einer angesagten Osteria einen Platz zu

bekommen. Ich stellte mir auch die Frage, ob Gäste nach dem Outfit beurteilt werden, da uns auch in der 3er-Gruppe in Udine ein ähnliches Phänomen begegnet ist - kein Platz.
Ich vermute mal, es liegt am ausgeleierten T-Shirt + Funktionshose + Minimaltretern.
Zumindest konnte ich dann den Katzentisch in einem Weinlokal ergattern - Essen war gut doch die Aufmerksamkeit des Inhabers mir gegenüber war stark verbesserungswürdig.
Ganz bei der Abstinenz ist es dann doch nicht geblieben, zumindest gehört zu einem guten Abendessen ein Glas Wein: Rindstatar und anschließend Pasta in Nero di Seppia mit Garnelen.


Am Morgen hatte ich genügend Zeit die Stadt mit dem Fahrrad zu umfahren. Um den Mittelalterlichen Kern führt eine Mauer, die in weiten Teilen begeh- bzw. befahrbar ist. Somit kann man sich ein gutes Bild von der Stadt beschaffen. 2012 gab es ein starkes Erdbeben mit 6 auf der Richterskala, weshalb noch einige Schäden festzustellen sind.

Also auch hier schiefe Türme.
Der Dom wird auch noch renoviert und ist somit nicht zugänglich.

Aus der Innenstadt hat man die Autos verbannt, es ist ein Miteinander aller Generationen ob als Fußgänger oder Radfahrer. Ferrara trägt zurech den Titel einer fahrradfreundlichen Stadt. Da könnte sich Regensburg etwas abschneiden!

Wenn ich als Student ein Auslandsjahr machen könnte, würde ich Ferrara wählen!
Um die Stadt rum erstreckt sich die mittelalterliche Stadtmauer, die ich gleich Mal zum Anlass für eine StadtrundFAHRT benutzt habe. Viele Museen, Paläste, alte Gebäude.
Wegen Sonntag morgen und den vielen baufälligen Kirchen, konnte ich nur einen kurzen Blick in San Francesco erhaschen.

So konnte ich mich aufmachen Richtung Comacchio und war guter Dinge der SP1 entlang. Nach etwa 30 km war die Straßen wegen eines Brückenbaus über einen Kanal gesperrt: Umleitung. Ich konnte diese zwar über einen Feldweg abkürzen sodass aus den vorgegebeneb 10 km Umweg nur 5 wurden. Ein Tiertransporter verströmt eine Horde Fliegen, als er mich überholte, die Sonne brannte mehr und mehr und vom Meer her setzte Gegebwind ein - lauter weniger erfreuliche Vorkommnisse. So strampeln ich weiter und erinnerte mich am Hauptplatz in Comacchio an Ivos Getränkeweisheit: Wein mit Mineralwasser zur Aufmunterung!

So schaffte ich dann noch die letzten 7 Kilometer zum Hotel am Lido degli Estensi. Dort angekommen erhielt ich eine Nachricht, dass meine Familie gerade in Udine einen Kaffeestop einlegt, also genügend Zeit zum Duschen und Blog schreiben.
Gefahrene Kilometer: 71. Höhenmeter 49.

Der erste große Abschnitt mit mehr als 1000 km liegt hinter mir: Generalprobe bestanden.
In Comacchio verleiht ein Händler diese Gefährte. Vielleicht sind sie zur kollektiven Alpenüberquerung geeignet 😉





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