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Stiefelumrundung - Schlussbetrachtung

  • Autorenbild: tzeitler
    tzeitler
  • 15. Okt. 2022
  • 3 Min. Lesezeit

Nun ist eine Woche vergangen, seit ich wieder zuhause bin. Ab Montag war ich wieder in den Arbeitsprozess eingegliedert.


Wie war die Umstellung? Was und wie lange kannst/konntest du dir die Urlaubsstimmung bewahren? - werde ich immer wieder gefragt.


Ich gebe zur Antwort: sie ist immer noch da.



Diverse Events an Wiederkommensfeiern waren und sind angesagt:

  • Radtour mit meinen Alpenscherpas ohne Gepäck in heimischen Gefilden mit Berghammerbesuch

  • Kirchweih bei meinem Bruder in Plössberg am letzen Sonntag

  • Geburtstagsfeier meines Sohnes gestern mit Abendessen beim Spanier.

  • Kirchweih am kommenden Sonntag im Bärnauer Geschichtspark mit mir als Chefgansbrater im Backofen so wie schon letztes Jahr.

Also diverse Events nach einem Abenteuer so wie bei Asterix und Obelix.


Ich wache nachts noch auf und wundere mich, wo ich grad bin, wo ich heute wieder hintreten werde. Das Hungergefühl ist noch wie zu Hochzeiten der Tour.


Was sich hält, ist das Gefühl, heute kommt dies, morgen was anderes, genieße es und klebe dich nicht an Dingen fest, über die du dich ärgerst, sondern suche die nächste Option.


Dies hilft auch, schwierigen und anstrengenderen Situationen in der Arbeit etwas abzugewinnen, wenn man es nicht als statischen Zustand betrachtet, sondern als dynamisches Übergangsszenario wie auf einer Rundreise. Die Neuformierung von Strukturen nach einer (halbherzigen) Umorganisation tut das ihrige dazu. Auch nehmen Schwierigkeiten unter dem Blickwinkel des Radreisenden wie beim Reifenwechseln bei einer Panne und gegebenenfalls geringfügiger Änderung von Ziel und Zeitschiene ein anderes Gewicht an - der Reisende bestimmt selbst und zieht weiter zum nächsten Highlight, das er sich aussucht.


Was nicht geht auf einer Radreise - stehen bleiben, nichts tun und jammern - trifft auch im Arbeitsleben analog zu; leider erlebe ich das bei einigen Kollegen.


Oder die Geschwindigkei( Einsatz, Arbeitsaufwand)ist zu hoch bei gleichzeitigen Beschwerden, dass zuwenig gesehen wird (=Gehalt, Beförderung).


Mir fallen noch Punkte ein, die ich bei einer Radreise diesen Umfangs anders machen würde:

  1. Zwei Mobiltelefone statt eins: eins zum Routen und eines zum Fotografieren

  2. Opinel-Messer und Zange sind ein Muss - zum Glück von Ivo und Andi geliehen.

  3. Keine Stadler-Gravel-Reifen sondern Pirelli Rennradreifen am Hinterrad mit einem Bar weniger und Conti vorne - somit könnte ich die Anzahl der Platten reduzieren.

  4. Weniger Gewand ins Gepäck: ein Pulli, eine lange Hose, eine kurze Hose, zwei Unterhosen, zwei Paar Socken, zwei T-Shirts, ein Hemd reichen bei kontinuierlichen Waschaktionen - ich hätte mir Volumen sparen können. Anstatt dessen vielleicht eine Multifunktionsjacke.

  5. Die Bücher zum Lesen hatte ich nicht gebraucht. Ich war zu sehr mit Informationsaufnahme aus den elektronischen Medien beschäftigt während der Tour, sodass eine weitere Gewichtsreduktion möglich gewesen wäre.

  6. An manchen Tagen den Streckenverlauf etwas genauer planen bzw. anschauen, das hätte zumindest einige Umwege mit anstrengenden Höhenmetern vermieden.


Ansonsten würde ich wieder alles genauso Einpacken und vom Ablauf und Umfang her wieder alles genauso machen: Eingewoben in die Reise von Familienurlaub, Alpenadventure mit Freunden, Besuche bei Freunden und Verwandten zur einen Hälfte und offen für Neues als Alleinreisender mit der Möglichkeit auch neue Freundschaften zu schließen , sich treiben zu lassen und das Unvorhergesehene auf einen zukommen zu lassen haben die Reise sehr abwechslungsreich gestaltet.


Auch das Umschalten zwischen den Modi "Forest Gump" , "Wunderschön", "Gernstl unterwegs" und "Zu Tisch" haben als Grundlinien des Fortkommens den Reiz garantiert.


Ziele muss man sich selber stecken, oft braucht es einige Iterationen zu erkennen was man wirklich will.


Den Rat der anderen, wie man das Ziel erreicht, bringt interessante Aspekte für den Weg oder zur genaueren Definition , was man genau will.

Nach gutem Abwägen muss man entscheiden was man macht, und dies auch umsetzen.


Konträr erlebte ich in der Vergangenheit das Zielesetzen und deren Erreichung in der Firma - auch ein Gedankenanstoss für die Leser aus dem Milieu.


So, das Abenteuer ist rum, das Willkommensmahl ist verspeist. Wie bei Asterix und Obelix wird der Band bzw Blog geschlossen in der Hoffnung, dass noch viele andere Bände, nicht nur "Thomas umrundet den Italienischen Stiefel", das Leben hervorbringt - dann mach ich ihn natürlich wieder auf 😉.



1 Kommentar


wolfgang2.bleicher
15. Okt. 2022

Vielen Dank für die dargelegten Einsichten und Anregungen zum Nachdenken. Manchmal ist es wirklich erforderlich, dem Alltagstrott zu entfliehen, um neue Sichtweisen kennenzulernen. Dein Blog war ein Tages-Highlight während der letzten Wochen.

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